Wenn Landsleute sich begegnen, und andere Novellen by Jassy Torrund

(12 User reviews)   4664
By Robert Nguyen Posted on Dec 30, 2025
In Category - Travel Writing
Torrund, Jassy, 1860-1943 Torrund, Jassy, 1860-1943
German
Hey, have you ever read something that feels like overhearing a conversation in another time? That's this book. It's a collection of stories about German immigrants in South America around 1900. The main story, 'When Countrymen Meet,' is about a man who travels to a remote colony hoping to find a piece of home, only to discover the people there have built something entirely new—and his arrival threatens to shatter their fragile peace. It's quiet, tense, and asks what we really mean by 'home.' Not an action-packed thriller, but the kind of story that sticks with you.
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weit draußen auf der Chaussee, eine gründliche Panne erlitten hatten. Großvater Neuhaus, der alte Automobilhasser, der alle Welt und den alle Welt kannte, war mit halb schadenfroher Neugier hinzugetreten und hatte im Dämmern des Märzabends den ihm flüchtig bekannten Arzt eines weitentlegenen Kirchdorfes erkannt und ihm ohne Besinnen Hilfe und Unterstand angeboten. Beides hatte ~Dr.~ Erdmann dankend angenommen und mit Hilfe von ein paar Arbeitern das verunglückte Vehikel in Großvaters Schuppen geschleppt. Er hatte dann um Wagen und Pferd nach Hause telephoniert, sich ein wenig gesäubert -- denn er und Lieselott, seine Schwester, hatten schon eine halbe Stunde angestrengt und im Schweiße ihres Angesichts über dem widerspenstigen Auto gearbeitet, ehe Hilfe kam -- und nun erschienen die beiden späten unerwarteten Gäste im hellen behaglichen Speisezimmer von »Haus Friede«, wo der gedeckte und mit großem Schneeglöckchensträußen geschmückte Abendtisch schon bereit stand. Sie wurden dem Haustöchterchen und ihrem Vetter Luz Neuhaus vorgestellt und erzählten in lebhaftem Durcheinander, lachend und scheltend, ihr Abenteuer. Vor drei bis viertehalb Stunden konnte der Einspänner mit dem braven Füchslein, das schon so oft die Sünden des eigensinnigen Schnauferls gutmachen mußte, nicht da sein. Man hatte also vollauf Zeit, recht bekannt und vergnügt miteinander zu werden. Improvisierte Feste sind oft die allergelungensten, und dieser ins Haus geschneite Abendbesuch war im wahren Sinne des Worts ein Fest für die sehr einsam lebende Familie des großen Ziegeleibesitzers. Der kleine Unfall brachte die bisher einander Fremden schnell und zwanglos nahe, und das Gespräch glitt leichtbeschwingt vom Hundertsten ins Tausendste. Man grub gemeinsame Beziehungen aus, erzählte die neuesten Anekdoten und Varietéwitze, lachte und plauderte, und während all dieser Zeit zerbrach Leonie Wilten sich den feinen klugen Kopf, wann und wo sie diesen ~Dr.~ Erdmann mit der langen weißen Narbe über Stirn und Schläfe schon gesehen hätte. Denn eben diese Narbe haftete zäh und fest in ihrer Erinnerung, die mußte sie schon einmal im Leben gesehen haben, nur daß sie damals viel breiter und noch frisch und rot war, während sie jetzt wie ein schmaler weißer Strich über das sonnverbrannte Gesicht des Landarztes lief. Aber wann? aber wo? Lieselott Erdmann beschrieb mit drolliger Empörung und fast dramatischer Anschaulichkeit eine der zahlreichen Pannen, die sie und ihr Bruder im letzten halben Jahr, seit er glücklich-unglückseliger Autobesitzer war, erlitten hatten. Zerstreut hörte Leonie zu, während unter der Schwelle ihres Bewußtseins beständig die Frage bohrte: Wann? wo? -- als wenn den tiefsten Hintergrund ihres Hirns ein undurchdringlicher Vorhang verhüllte, den sie trotz aller Mühe nicht imstande war zu lüften. Jeder weiß, wie aufreizend und gedankenabsorbierend solch vages Erinnern ist -- und nur höflichkeitshalber warf Leonie die Frage dazwischen: »Also um ein einziges kleines verlorenes S--tiftchen?« Es passierte ihr sonst selten, daß sie den scharftrennenden St-Laut der nordwestlichen Provinzen, den halbvergessenen Dialekt ihrer Heimat, anwandte, und ~Dr.~ Erdmann, der soeben den beiden Herren eine flüchtige Skizze der neuesten Bremsvorrichtung für Bergfahrer aufzeichnete, wandte sich überrascht um. »Sie sind doch wohl keine Hiesige, gnädiges Fräulein?« »Meine Enkeltochter ist in Schleswig-Holstein geboren -- bitte weiter, lieber Doktor!« Die Aufforderung des alten Herrn blieb unbeachtet. »Dann sind wir ja beinah' Landsleute! -- ich bin nämlich ein Oldenburger Kind,« rief der Doktor erfreut. »_Landsleute!_« Das war's. Wie auf ein Stichwort zerriß der Vorhang in Leonies Hirn von oben bis unten -- und ein kleines, längstvergessenes Erlebnis der Vergangenheit schob sich mit einem Ruck erlöst und lebendig in den Vordergrund. Tief atmete sie auf und ward im selben Moment wie mit Blut übergossen. So sah der Mann aus, ihr Helfer und Erlöser aus banger Not? -- ihr ritterlicher »Landsmann«, den sie einst im fernen fremden Lande getroffen und der sie ... Sie...

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This collection by Jassy Torrund pulls back the curtain on a fascinating, often overlooked piece of history: German settlements in South America at the turn of the 20th century. The stories are quiet portraits of people caught between two worlds.

The Story

The title novella follows a man named Heinrich who leaves Germany for Paraguay, lured by letters from an old friend describing a thriving German colony. He imagines a little piece of the homeland. What he finds is a community that has adapted, changed, and made compromises to survive. Their version of 'German' life is unfamiliar to him. His arrival, with his rigid old-world expectations, acts like a stone thrown into a still pond, stirring up old conflicts and secret resentments among the settlers.

Why You Should Read It

Torrund's strength is her characters. She doesn't paint heroes or villains, just people trying their best in impossible situations. You feel the weight of their loneliness and the sharp ache of their nostalgia. The central question isn't about grand adventure, but about identity: Can you rebuild a culture in a new land without it becoming something else? Is preserving tradition worth the cost of community? It's surprisingly relevant to any conversation about immigration and belonging today.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven historical fiction and don't need a breakneck plot. If you enjoyed the quiet tension of novels like Pachinko or the immersive setting of The Lost City of Z, but prefer a more intimate, European perspective, you'll find a lot to love here. It's a slow, thoughtful read best enjoyed with a cup of tea.



🏛️ Free to Use

This historical work is free of copyright protections. Share knowledge freely with the world.

Michelle Young
3 months ago

Having read this twice, the flow of the text seems very fluid. I will read more from this author.

Edward Miller
1 year ago

Enjoyed every page.

5
5 out of 5 (12 User reviews )

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