Kriegsgefangen : Erlebtes 1870. by Theodor Fontane

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By Robert Nguyen Posted on Jan 10, 2026
In Category - Travel Writing
Fontane, Theodor, 1819-1898 Fontane, Theodor, 1819-1898
German
Hey, I just finished this incredible first-hand account from a famous German novelist who got caught in the wrong place at the wrong time. Picture this: Theodor Fontane, the guy who wrote those sweeping novels about Prussia, is in France when the Franco-Prussian War breaks out in 1870. Suddenly, he's not an observer but a prisoner, accused of being a spy. The book is his diary from those tense months in captivity. It's not a grand war story; it's about the bizarre, frustrating, and sometimes darkly funny reality of being stuck behind the lines, trying to convince your captors you're just a harmless writer. It's a side of history you never get in the textbooks.
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mittelalterlichen Bauten fertig ist, ist man es mit Toul überhaupt. In 2 Stunden hatt’ ich diese Sehenswürdigkeiten hinter mir und dennoch war ich gezwungen, 2 Tage an dieser Stelle auszuhalten. Dies hatte darin seinen Grund, daß unmittelbar südlich von Toul das Jeanne d’Arc-Land gelegen ist, und daß es, Dank dem Kriege und den Requisitionen, unmöglich war, in der ganzen Stadt einen Wagen aufzutreiben. Die Partie selber aufzugeben schien mir unthunlich, ich hätte jede Mühe und jeden Preis daran gesetzt. Endlich, am Nachmittage des zweiten Tages, hieß es: Madame Grosjean hat noch einen Wagen. Ich athmete auf. In einem schattigen Hinterhause, dicht neben der Kathedrale, fand ich die genannte Dame, die bei zurückgeschlagenen Gardinen in einem großen Himmelbette saß. Sie war krank, abgezehrt, hatte aber die klaren, klugen Augen, die man so oft bei hektischen Personen findet, und die nie eines Eindrucks verfehlen. Wir unterhandelten in Gegenwart zweier Gevatterinnen, die mindestens eben so gesund waren, wie Madame Grosjean krank. Das Geschäftliche arrangirte sich leicht; nur ein Uebelstand blieb, an dem auch jetzt noch die Partie zu scheitern drohte: das einzig vorhandene Gefährt, ein ≈char à banc≈, war nämlich zerbrochen und Mr. Jacques, Schmied und Stellmacher, hatte erklärt, überbürdet mit Arbeit, die Reparatur nicht machen, keinesfalls aber den Wagen abholen lassen zu können. In diesen letzten Worten schimmerte doch noch eine Hoffnung. Ich eilte also auf die Straße, engagirte zwei Artilleristen vom Regiment »Feldzeugmeister«, spannte mich selbst mit vor, und im Trabe jagten wir nun mit der leichten Kalesche über das holprige Pflaster hin, in den Arbeitshof des Mr. Jacques hinein. Dieser war ein Hüne, also gutmüthig wie alle starken Leute. Meine Beredsamkeit in Etappen-Französisch amüsirte ihn ersichtlich und wir schieden als gute Freunde, nachdem er versprochen hatte, bis Sonnenuntergang die Reparatur machen zu wollen. Er hielt auch Wort. In der Dämmerstunde klopfte es an meine Thür. Ein Blaukittel trat ein, theilte mir mit, daß er der »Knecht« der Madame Großjean sei, und daß wir am andern Morgen 7 Uhr fahren würden. Soweit war Alles gut. Aber der Blaukittel selbst flößte mir wenig Vertrauen ein, am wenigsten, als er schließlich versicherte: die Partie sei in einem Tage nicht zu machen, wir würden nach Vaucouleurs fahren, von dort nach Domremy und von Domremy wieder zurück nach Vaucouleurs, aber mehr sei nicht zu leisten; in Vaucouleurs müßten wir übernachten. Er berief sich dabei auf einen russischen Grafen, mit dem er vor Jahresfrist dieselbe Partie gemacht habe, und begleitete seine Rede, die mir aus nichts als aus den vollklingenden Worten ≈»Kilometer«≈ und ≈»quatre-vingt-douze«≈ zu bestehen schien, mit den allerlebhaftesten Gesten. Ein starker Verdacht schoß mir durch den Kopf; wer indessen viel gereist ist, weiß aus Erfahrung, daß auf solche Anwandlungen nicht allzuviel zu geben ist, und ich entließ ihn ohne Weiteres mit einem kurzen: ≈Eh bien, demain matin 7 heures≈. Ich freute mich sehr auf diesen Ausflug. Das Mißtrauen, das so plötzlich in mir aufgestiegen war, galt mehr dem Blaukittel in Person, als der Gesammtsituation, und dieser Person glaubte ich schlimmsten Falls Herr werden zu können. Ich lud meinen Lefaucheux Revolver und wickelte ihn derart in meine Reisedecke, daß ich durch einen Griff von rechts her in die nun muffartige Rolle hinein, den Kolben packen und eine »Gefechtsstellung« einnehmen konnte. Ich #muß# dies erwähnen, weil es zu einer späteren Stunde von Wichtigkeit für mich wurde. Daß ich den Revolver nicht mit mir führte, um etwa auf eigene Hand Frankreich mit Krieg zu überziehen, brauch ich wohl nicht erst zu versichern; man hat aber die Pflicht, sich gegen ≈mauvais sujets≈ und die Effronterien des ersten besten Strolches zu schützen. 7 Uhr früh rasselte der Wagen über...

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Imagine you're a successful German writer on a research trip in France. War is declared between your home country and the country you're visiting. Before you can leave, you're arrested. That's exactly what happened to Theodor Fontane in 1870.

The Story

This isn't a novel; it's Fontane's personal prison diary. He details his arrest on suspicion of espionage and his subsequent imprisonment, first in a fortress and later on a prison hulk (an old warship used as a jail). The plot is the daily grind of captivity: the boredom, the strange camaraderie with other prisoners, the frustrating interrogations, and the constant anxiety about his fate. The central drama isn't on the battlefield, but in Fontane's cell, as he uses his wit and his pen to navigate a dangerous and absurd situation.

Why You Should Read It

What makes this book so special is the voice. You get Fontane, the sharp-eyed novelist, trapped in a real-life thriller. He writes with a dry, observational humor about the ridiculousness of bureaucracy, even in a prison. You feel his fear, but also his intellectual curiosity as he studies his captors and fellow prisoners. It strips away the romance of war and shows the human cost and confusion that happens off the front lines.

Final Verdict

Perfect for readers who love personal history and unique perspectives. If you enjoy diaries, wartime memoirs, or are a fan of Fontane's fiction and want to see the man behind the books, this is a fascinating read. It's for anyone who wonders what it's really like to be an ordinary person—even a famous one—swept up in the gears of history.



⚖️ Copyright Free

This is a copyright-free edition. Thank you for supporting open literature.

David Perez
1 year ago

Good quality content.

Christopher Davis
1 year ago

Comprehensive and well-researched.

Emma Hill
1 year ago

From the very first page, the flow of the text seems very fluid. Definitely a 5-star read.

Margaret Nguyen
1 year ago

Citation worthy content.

Anthony Brown
1 year ago

Great digital experience compared to other versions.

5
5 out of 5 (5 User reviews )

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