3) Es enthält auf allen Klassenstufen ein bestimmtes =Lehrziel=. 4) Es zeichnet einen klaren, einfachen =Lehrgang= vor, der stricte auf dem Grundsatze ruht: „Vom Einfachen zum Zusammengesetzten“. 5) Es bietet eine reiche Auswahl von =Lehrstoff= (278 Artikel), sodaß dem Lehrer viel Spielraum gelassen ist. 6) Welche Lehrmethode ein Lehrer auch treibe oder triebe, unter allen Umständen werden ihm diese Sprachbilder „=dienend=“ zur Seite stehen. 7) Der bei weitem größte Theil der betreffenden Artikel dürfte sich ganz gut als Material zu stilischen Aufgaben eignen. Mögen diese „Eigenheiten“ meines Werkchens in immer weiteren Kreisen gefunden und anerkannt werden. Wird mir dieser Wunsch erfüllt, dann wird es sich sicher so lange immer weitere Bahnen brechen, bis Einer kommt, der die Aufgabe, welche sich dieses Büchlein stellt, besser löst, als ich es vermocht habe. +Dresden+, Ostern 1874. =Franz Wiedemann.= Ein Wort zu den Sprachbildern an die Lehrer. Zu den vielen bereits vorhandenen Sprachbüchern und Sprachbüchelchen für die Hand des Lehrers und des Schülers der Volksschule -- wohlgemerkt, der =Volksschule= -- bringe auch ich noch eins herbei, aber ein anderes als die gewöhnlichen; wie ich vermeine, ein originelles und -- täusche ich mich nicht -- ein =recht praktisches=. Gewiß zu Nutz und Frommen der Volksschule, und darum mit vollem Rechte, hat sich die größere Zahl der Volksschullehrer der Ansicht zugewendet, daß man den Sprachunterricht nicht nach todtem Regelwerke, nicht nach einer fast unabsehbaren Litanei von einander coordinirten oder subordinirten Sprachgesetzen, sondern auf Grund eines +Lehrstückes+, als eines fertigen Sprachgebildes, treibe. Dasselbe wird bekanntermaßen gelesen, dann zergliedert und bei dieser Operation werden die Regeln des Satzbaues, sowie die Bedeutung und die Stellung der Begriffs- und Formwörter entwickelt und gefunden. Ganz +ohne Regeln+ kommen wir natürlich bei dem Sprachunterrichte nicht weg, denn auf das blose +Sprachgefühl+ können wir unsere Volksschüler ebenso wenig verweisen, als uns auf dasselbe verlassen. Wo aber sind nun jene Lesestücke, an denen die wichtigsten Sprachregeln entwickelt werden sollen, herzunehmen? -- Natürlich nirgends andersher, als aus den Lesebüchern, welche die Schüler in den Händen haben. Die allermeisten dieser Lesestücke, wie wir sie in den bekannten zahlreichen Lesebüchern für Volksschulen finden, sind recht gut, viele musterhaft und wahre Meisterstücke des Sprachbaues; keins von allen aber wurde wol in =der Absicht= und =zu dem Zwecke= geschrieben, bestimmte Sprachregeln und Sprachgesetze darin zu veranschaulichen. Sie alle wurden des =Stoffes= und höchstens der =Darstellungsformen= (Schilderung, Beschreibung, Erzählung etc.) =halber= geschaffen. Dieser Umstand aber wird für den Sprachlehrer zu einer +Calamität+ und diese habe ich selbst eine Reihe von Jahren hindurch oft recht bitter empfunden. Wie so? -- Nun ja, der Sprachlehrer will z. B. die verschiedenen Arten der Haupt-, Für- oder Zahlwörter, oder die Steigerung der Eigenschaftswörter, oder deren Stellung zum Hauptworte, oder die Bedeutung und Stellung der Umstandswörter, oder die verschiedenen Arten und Naturen der Verhältniß- und Zahlwörter, oder die mannichfachen Ergänzungen etc. etc. zur Anschauung und zur Besprechung bringen; wo aber findet er nun ein Lesestück, das für den vorliegenden Fall so recht geeignet ist, das die betreffende Wortgattung, die betreffende Regel möglichst allseitig repräsentirt? Als ganz nebensächlich sei hier noch bemerkt, in welche Verlegenheit man in dieser Hinsicht gerathen kann, wenn es, beispielsweise bei einer öffentlichen Schulprüfung, einmal heißt: „Behandeln Sie die Umstände des Orts (oder die Verhältnißwörter, welche den dritten Fall bedingen, oder die Zahlwörter) auf Grund eines Lesestückes.“ Obgleich sich nun jeder nur einigermaßen gewandte Sprachlehrer auch in diesem Falle +zu helfen wissen+ und einem Fiasco entgehen wird, ist doch immerhin dabei Holland mehr oder weniger in Nöthen, da sich eben ein für diesen Fall geeignetes Lesestück schwer oder gar nicht auffinden läßt. Doch das eben nur nebenbei. Diesem Mangel an geeigneten Lesestücken...
This is a limited preview. Download the book to read the full content.
Edward Hill
7 months agoAs someone who reads a lot, the narrative structure is incredibly compelling. A valuable addition to my collection.